Winnigstedter Gespräche – 2019

Winnigstedter Gespräche - Folge 9, im Juli 2019

Name: Dirk Steiner

Alter: 45 Jahre
Hobbys: Modelleisenbahn
Ehrenämter:  Feuerwehr, stellv. Jugendwart

1. Aus welchem Grund und wann hat es dich nach Winnigstedt gezogen?
Im Jahr 2006 sind wir hierhergezogen, da meine Frau zum zweiten Mal schwanger war und wir deswegen eine größere Bleibe benötigten.

2. Warum bist du bis heute in Winnigstedt geblieben und was macht das Leben in Winnigstedt besonders aus?
Weil wir ein Haus gekauft und einen Freundeskreis aufgebaut haben. Schon in den ersten Jahren hat es uns gefallen hier, so dass wir uns zum Hauskauf entschieden haben.

3. Welches ist das bedeutsamste / beeindruckendste / nachhaltigste Ereignis, das du in Winnigstedt erlebt hast / dir in Erinnerung geblieben ist?
Das war In meiner Jugend, 1989, die Grenzöffnung . Ich bin damals als ehemaliger Timmeraner immer mit den Mopeds hierher gekommen. Zudem hatte ich hier damals meine erste feste Freundin.

4. Was gefällt dir in Winnigstedt am besten?
Es ist ein ruhiges und liebes Dorf, unweit der nächsten Stadt. Es ist friedlich hier und man kann seine Kinder ohne Bedenken einfach laufen lassen. Es gibt keine Kriminalität. Und es liegt landschaftlich sehr schön.

5. Welcher Ort / welches Gebäude / welcher Platz hat für dich eine besondere Bedeutung / Faszination?
Das ist der Ganterplatz, der schon zu meiner Jugendzeit der Treffpunkt war, und es treffen sich immer noch Menschen auf diesem Platz.

6. Wo siehst du in Winnigstedt noch Potential?
Es wäre schön, wenn es hier eines Tages wieder einen richtigen Einkaufsladen geben würde, wo sich Jung und Alt auch zum Austausch trifft. Vielleicht hätte der dann sogar einen Lieferservice. Schön wäre auch, wenn eine attraktive Gaststätte erhalten bliebe.

7.  Mit welchem Satz würdest du für Winnigstedt bei Freunden, Verwandten / Kollegen werben?
In Winnigstedt ist es ruhig, sauber, nett und man wird hier lieb aufgenommen.

8. Welches Projekt würdest du am liebsten in Winnigstedt anstoßen?
Das ist unbedingt die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die Landesstraße in Richtung Gevensleben.

9. Welche Veranstaltung würdest ihr gerne in Winnigstedt erleben, die ihr auch ggf. selbst bereit werdet zu organisieren?
Ein Schützenfest wie es früher war; unser Dorffest ist ja schon auf dem richtigen Weg.

10. Unbeachtet finanzieller, rechtlicher, tatsächlicher oder anderer Gründe, was wünschst du dir für oder in Winnigstedt?
Ein vernünftiges großflächiges Feuerwehrhaus für unsere Stützpunktwehr. Das vorhandene Gebäude genügt nicht mehr den Anforderungen, es ist feucht und ist sehr in die Jahre gekommen. Toll wäre auch eine BMX -trecke für die Kids.

Frage des Ortsbeauftragten:
Welche Vorschläge hättest du, um mehr, vor allem junge Winnigstedter für Ehrenämter zu begeistern ?
Sowas wie ein Jugendverband mit Vertreter bei Ratssitzungen und Mitspracherecht, um die Meinungen der Kinder/ Jugend zu vertreten, im Grunde ein Jugendparlamant. Die Kinder sind unsere Zukunft. Und sie sind in der Lage, ihre Interessen zu vertreten.

Frage des Bürgermeisters:
Wo siehst du den Ort Winnigstedt in zehn Jahren?
Was hat sich verändert, welche Hoffnung hat sich erfüllt?
Das ist schwierig zu sagen. Auf jeden Fall steckt hier im Dorf noch sehr viel Potenzial, um etwas zu bewegen. Unbedingt braucht es dazu engagierte Bürger – und die haben wir. Auch ein Zuzug von Neubürgern braucht es dafür, und auch den haben wir, zum Beispiel in unserem Neubaugebiet am Grandberg.

Das Interview führte Martin Pape

 

Winnigstedter Gespräche - Folge 8, im Mai 2019

Name: Erika Eickhoff

Alter: 75 Jahre
Hobbys: Fotografie
Ehrenämter:  Vorsitzende des Kirchbauvereins, Vorstandsmitglied des Kulturrings und des Fördervereins der Grundschule Winnigstedt, Mitglied der Propsteisynode Schöppenstedt

1. Aus welchem Grund und wann hat es dich nach Winnigstedt gezogen?
Anfang der siebziger Jahre habe ich geheiratet und bin zu meinem Mann nach Winnigstedt gezogen, der dort seinen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftete

2. Warum bist du bis heute in Winnigstedt geblieben und was macht das Leben in Winnigstedt besonders aus?
Durch meine Familie, meinen Beruf, meine ehrenamtlichen Ämter und durch menschliche Verbindungen, die im Laufe der Jahre entstanden sind, ist der Ort zu meiner Heimat geworden.

3. Welches ist das bedeutsamste / beeindruckendste / nachhaltigste Ereignis, das du in Winnigstedt erlebt hast / dir in Erinnerung geblieben ist?
Das war die Grenzöffnung 1989. Es war eine große Erleichterung und Freude für uns, dass endlich diese bedrückende Grenze gefallen ist. Beeindruckt hat mich die spontan einsetzende Solidarität und Hilfsbereitschaft gegenüber den Menschen aus der damaligen "DDR". Wir haben viele Aktionen ins Leben gerufen, um unsere "Nachbarn" mit spontaner Hilfe zu unterstützen. Hierzu gehörte u.a. die Bewirtung der Durchreisenden in unserem zu diesem Zweck umfunktionierten Schützenhaus.

Vierzig ehrenamtliche Helfer haben über einen Zeitraum von sechs Wochen ca. 6.000 Menschen mit "Speis und Trank" versorgt und sich Zeit genommen, sich ihre Sorgen anzuhören. In dieser Zeit ist die Dorfgemeinschaft sehr zusammengewachsen.

4. Was gefällt dir in Winnigstedt am besten?
Winnigstedt ist eingebettet in eine schöne Landschaft umgeben von weiten Feldern. Ich wohne mit meiner Familie auf einem wunderschönen Hof mit mehreren Generationen zusammen. Daneben genieße ich es in unserem Garten selbst Obst und Gemüse anzubauen und ihn gemeinsam mit meiner Familie zu bewirtschaften.

5. Welcher Ort / welches Gebäude / welcher Platz hat für dich eine besondere Bedeutung / Faszination?
Die Christuskirche hat für mich eine besondere Bedeutung. Wir haben durch den Kirchbauverein dieses historisch einmalige Bauwerk mit viel Energie und Arbeitsaufwand vor dem Verfall retten und seinen ursprünglichen Zustand wieder herstellen können.

Unter anderem hat uns für dieses Engagement auch die Landeskommission beim Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet.

6. Wo siehst du in Winnigstedt noch Potential?
Die Zusammenarbeit der Vereine, der Parteien und der Kirche durch offenen Austausch zu fördern und ehrenamtliche Ressourcen effektiver zu nutzen.

7.  Mit welchem Satz würdest du für Winnigstedt bei Freunden, Verwandten / Kollegen werben?
Winnigstedt - ein Ort, in dem Kinder noch naturnah und frei aufwachsen und sich Ältere generationsübergreifend eingebunden fühlen können.

8. Welches Projekt würdest du am liebsten in Winnigstedt anstoßen?
Bestehende Projekte weiterhin begleiten.

9. Welche Veranstaltung würdest ihr gerne in Winnigstedt erleben, die ihr auch ggf. selbst bereit werdet zu organisieren?
In fünf Jahrzehnten haben meine Familie und ich mich kirchlich, gesellschaftlich, kulturell und über Parteigrenzen hinweg immer engagiert. Viele Feste, ob in der Kirche oder der Gemeinde mit Menschen aus dem Dorf organisiert. Einen Kunsthandwerkermarkt um die Christuskirche herum wäre noch ein Wunsch und dass die Christuskirche noch mehr für musikalische Veranstaltungen genutzt wird.

10. Unbeachtet finanzieller, rechtlicher, tatsächlicher oder anderer Gründe, was wünschst du dir für oder in Winnigstedt?
Dass das Dorfbild sich verbessert, Bauruinen beseitigt werden und die Grundstückseigentümer zu mehr Pflege und Erhaltung motiviert werden können. Ganz wichtig ist es, die Grundschule, den Kindergarten und die Kirchen zu erhalten und die dort Tätigen zu unterstützen.

Frage des Ortsbeauftragten:
Welche Vorschläge hättest du, um mehr, vor allem junge Winnigstedter für Ehrenämter zu begeistern ?
Da hilft nur die persönliche Kontaktaufnahme. Zur Zeit bestehen viele Möglichkeiten sich zu engagieren. Vielleicht könnte man für das Dorffest 2020 mal eine Darstellung der Vereine einplanen.

Frage des Bürgermeisters:
Wo siehst du den Ort Winnigstedt in zehn Jahren?
Was hat sich verändert, welche Hoffnung hat sich erfüllt?
In meinem Alter denke ich in kürzeren Abständen. Für mich ist es wichtig, dass die anstehenden Projekte zeitnah durchgeführt werden sollten und die Parteipolitik außen vorgelassen wird.

Das Interview führte Martin Pape